RĂŒckblick Ettlinger Spendenlauf

20.000 Euro fĂŒr Straßenkinder in Neu-Delhi gesammelt
Spendenlauf der KjG Ettlingen am vergangenen Samstag / Auch Erzbischof Burger hat gespendet
Beim 5. Spendenlauf der der KjG St. Martin Ettlingen am 23. April 2016 sind Spenden in Höhe von rund 20.000 Euro zusammengekommen. An dem Lauf rund um den Ettlinger Horbachsee haben 185 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer teilgenommen. Sie liefen insgesamt etwa 2.600 Runden. Das entspricht knapp 1.500 Kilometer – der Strecke von Karlsruhe bis nach Malta. Die Spenden fließen an das Projekt „Butterflies“ des kirchlichen Hilfswerkes MISEREOR, mit dem Straßenkinder in Neu-Delhi unterstĂŒtzt werden.
Unter den 185 LÀuferinnen und LÀufern, die in der Zeit zwischen 9 und 15 Uhr ihre Runden drehten, waren Teilnehmer aller Altersgruppen. Von Kindern um 10 Jahre reichte das Spektrum bis zum 80-jÀhrigen Karl-Heinz Lellek, der ganze 15 Runden absolvierte. Auch die Hagsfelder WerkstÀtten waren, die vorwiegend Menschen mit BeeintrÀchtigung beschÀftigen, waren angetreten.
Mit elf LĂ€ufern war die U14-Mannschaft des KSC mit dabei. Ihr Trainer Julian Schwarz sagte, es sei wichtig, dass die Spieler immer wieder abseits des IMG_9189Platzes sich sozial engagierten: „Das ist etwas Schönes und es macht Spaß. Außerdem sind sie wIMG_9184irklich motiviert. Sie stecken ihren ganzen Ehrgeiz rein und waren vorhin schon ganz aufgeregt.“ Gerhard Eiseler begleitet die KSC-Jugend schon seit vielen Jahren. Er betont, es sei fĂŒr die Mannschaft wichtig, dass sich die Spieler nicht nur auf dem Fußballplatz sehen: „Sie trainieren viel, dabei geht ihnen viel vom normalen Alltag verloren. Deshalb versuchen wir immer wieder, ihnen andere Erfahrungen zu ermöglichen.“
Als Belohnung fĂŒr eine gute Laufleistung oder besonderen Einsatz beim Spendenlauf werden außerdem einige jĂŒngere Teilnehmer eingeladen werden,

bei einem KSC-Spiel als Einlaufjungen mit den Spielern auf den Platz zu laufen.
Auch bei der Bistumsleitung in Freiburg ist der Spendenlauf IMG_9258auf ein positives Echo gestoßen. Erzbischof Stephan Burger spendete selbst 1.000 Euro in die Hilfskasse. Außerdem ĂŒberbrachte Manuel Barale vom Referat Weltkirche im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, das fĂŒr die Zusammenarbeit mir MISEREOR zustĂ€ndig ist, ĂŒberbrachte ein Dankeschreiben von Erzbischof Burger. Darin drĂŒckt er der KjG St. Martin Ettlingen seine WertschĂ€tzung aus: „Dass Sie sich seit Jahren in dieser IntensitĂ€t und mit diesem großen organisatorischen Geschick fĂŒr mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit in der Einen-Welt starkmachen, finde ich bewundernswert!“ Weiter schreibt er: „Der unermĂŒdliche Einsatz von MISEREOR fĂŒr die Armen und Rechtlosen in dieser Welt beeindruckt mich persönlich sehr.“ Erzbischof Burger, der als MISEREOR-Bischof der Deutschen Bischofskonferenz das Hilfswerk gut kennt, geht auch auf das Projekt fĂŒr Straßenkinder in Indien ein, dem die Spenden zugutekommen: „Es freut mich persönlich sehr, dass Sie sich mir Ihrem Einsatz fĂŒr das Butterflies-Projekt ganz bewusst an die SeIMG_9151ite von Kindern und Jugendlichen Stellen und diesen eine bessere Lebensperspektive ermöglichen, die neben Unterricht und medizinischer Versorgung ja auch Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch einbezieht.“
Das Projekt „Butterflies“ umfasst eine Reihe von Hilfsmaßnahmen fĂŒr Straßenkinder in Neu-Delhi. Diese sind hĂ€ufig auf sich allein gestellt. Im MĂŒll suchen sie nach verwertbaren Essensresten, putzen Schuhe, stehlen oder prostituieren sich. Leicht werden sie zu Opfern körperlicher und sexueller Gewalt. HĂ€ufig arbeiten sie viele Stunden fĂŒr einen Hungerlohn. Schule, Ausbildung und ein geregeltes Leben bleiben ihnen meist verwehrt. Diesen Kindern Sicherheit, Geborgenheit und eine Zukunft zu geben, hat sich das Straßenkinderprojekt zum Ziel gemacht. Genau dort wo die Kinder leben, treffen sie die Sozialarbeiter von Butterflies. Nach dem Motto „wenn die Kinder nicht zur
Schule gehen können, so bringen wir die Schule einfach zu ihnen“ betreuen sie Freiluftklassenzimmer, Krankenstationen und bieten sich als Anlaufstelle fĂŒr die Sorgen und Nöte der Kinder an.
Neben Unterricht und medizinischer Versorgung kann man bei Butterflies auch eine Berufsausbildung zum Koch machen. Es gibt Tanz- und Theatergruppen, eine Straßenkinderzeitung und Straßenkinderradio, den Kinderrechtsclub und die Kinderentwicklungsbank, in die die Kinder ihre Ersparnisse einzahlen können. Auch nachts IMG_9115-1finden die Kinder in NachtunterkĂŒnften an verschiedenen PlĂ€tzen in Delhi Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch, eine Dusche und warmes Essen.

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Erstellt am 31. Mai 2016 von Jonathan Ichters