Countdown zum großen Versprechen

CLaudius Dufner„Am Anfang ist eine gute Freundin zu mir gekommen und hat gefragt, ob sie mich noch in den Arm nehmen darf“, erzĂ€hlt Claudius Dufner Claudius.Der 27-JĂ€hrige macht eine kurze Pause und breitet dann seine Arme aus, als wolle er die Frage einfach vom Tisch fegen. „NatĂŒrlich darf sie das. Ich bleibe ja Claudius.“ Wenn man Priester werden will, scheint erst einmal nichts mehr selbstverstĂ€ndlich. Aber auch dass man Priester werden will, versteht sich nicht von selbst.

FĂŒr Claudius war es ein langer Entscheidungsprozess. Nach dem Abi ist er sich sicher, dass er Lehrer werden möchte. Er macht ein freiwilliges soziales Jahr, arbeitet mit verhaltensauffĂ€lligen Kindern und freut sich auf sein Studium. Alles geht seinen Weg, bis er einen befreundeten Priester besucht und dieser ihn ganz direkt fragt, ob er nicht auch Priester werden wolle. „Das hat mich ganz schön umgehauen“, sagt Claudius, der sich vorher noch nie mit dem Gedanken beschĂ€ftigt hatte. „Auf dem RĂŒckweg von Freiburg nach Elzach, einen Weg, den ich mit dem Auto gut kenne, habe ich mich echt verfahren.“

In der Folgezeit baut sich eine regelrechte Abwehrhaltung in ihm auf. Den Waldtag mit den FSJ-Kindern kann er nur noch schwer ertragen. „Da sind wir immer rauf auf den Schlossberg. Und von da aus hat man einen perfekten Blick auf das Freiburger Priesterseminar.“

So sehr er versucht, den Gedanken wegzuschieben, so sehr lĂ€sst er ihn nicht mehr los. Und so kommt es, dass er sich neben Mathe und Reli auf Realschullehramt auch fĂŒr ein Theologiestudium bewirbt. Zusagen bekommt er fĂŒr beides, er entschließt sich fĂŒr das Theologiestudium. Pastoralreferent heißt von nun an sein Rettungsanker. Gut zwei Jahre spĂ€ter sucht er das GesprĂ€ch mit dem Regens des Freiburger Priesterseminars. Als der ihm versichert, er könne jederzeit wieder ausziehen, beschließt er, dem Priesterseminar eine Chance zu geben und zieht ein – die HintertĂŒr lĂ€sst er dabei nicht aus dem Blick.

In einigen Monaten wird Claudius zum Diakon geweiht. Dann gibt es keine HintertĂŒren mehr, das weiß er. Er hat sich geprĂŒft, er hat abgewogen. Seine Zweifel hat er nicht beiseite geschoben, sondern zugelassen. Die QualitĂ€t seiner Entscheidung ist die eines Zweiflers. Nur, wenn man Zweifel zulĂ€sst, kann man sie auch ablegen.

Im Moment arbeitet der angehende Priester als Pastoralpraktikant in der Seelsorgeeinheit Allerheiligen in Karlsruhe. Er fĂŒhle sich gut, wenn er an den Tag der Diakonweihe denke, sagt er. Wohl wissend, dass die Entscheidung fĂŒr das Priesteramt eine Lebensentscheidung ist – eine RaritĂ€t in Zeiten von maximaler FlexibilitĂ€t und ZeitarbeitsvertrĂ€gen. Sich einer Sache so sicher zu sein, dass man sie ein Leben lang durchzieht, geht das ĂŒberhaupt? „Ich weiß es nicht, aber ich hoffe es“, sagt Claudius. Er will sich nichts vormachen. „Klar wird es passieren, dass ich mich mal verliebe. Wie ich dann damit umgehe, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich ein Versprechen gegeben habe.“

Die Hochzeit seines Bruders im Jahr 2011 sei bisher die grĂ¶ĂŸte HĂŒrde auf seinem Weg gewesen. „Das hat mir noch einmal bewusst gemacht, was ich nicht erleben werde. Und klar tut es irgendwo auch weh, wenn ich sehe, wie mein Bruder eine Familie grĂŒndet.“Halt und Sicherheit findet Claudius bei seiner Familie, bei Freunden und natĂŒrlich bei Gott: „Der Glaube lĂ€sst mich einfach nicht los. Ich fĂŒhle mich festgehalten.“ Er weiß um die Ambivalenz des Begriffes und fĂŒgt hinzu: „Festgehalten in einem positiven Sinne. BehĂŒtet.“ Und da ist noch mehr: Es ist die tiefgreifende Faszination des Glaubens, die ihn dazu bewegt, sein Leben fĂŒr die Kirche einzusetzen. „Ich möchte den Menschen von meinem Glauben erzĂ€hlen.Vielleicht springt dann ja von meiner Faszination etwas ĂŒber. Das geht fĂŒr mich allerdings nur, wenn ich authentisch bleibe.“

Authentisch. Das sind nicht die eindimensionalen Alleskönner und StrahlemĂ€nner, die uns auf Titelseiten und im Fernsehen begegnen. Authentisch, das sind Menschen, die zu ihren Fehlern stehen und sich so zeigen, wie sie sind. Menschen, fĂŒr die es normal ist, sich nicht zu verstellen. Und so gesehen ist es wohl eines der schönsten Komplimente fĂŒr Claudius, wenn ihm mal wieder seine NormalitĂ€t bestĂ€tigt wird.

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Erstellt am 11. MĂ€rz 2015 von Philipp Siehl

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